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Garnaat · Schlei Digital

Welcher Ostseestrand bei welcher Windrichtung?

Wie derselbe Wind an zwei Stränden ganz verschieden ankommt

Ob der Wind vom Wasser, vom Land oder von der Seite kommt, hängt davon ab, wohin der Strand schaut. Wind vom Wasser bringt meist Wellen, die auf den Strand zulaufen. Kommt er vom Land, ist das Wasser direkt am Ufer oft ruhiger. Wellenfrei muss es deshalb aber nicht sein. Derselbe Wind kann an zwei Stränden also ganz unterschiedlich wirken. Wie angenehm es vor Ort wirklich ist, hängt außerdem von Windstärke, Böen und dem Gelände hinter dem Strand ab.

Erst einmal: Woher kommt Westwind?

Die Windrichtung sagt, woher der Wind kommt. Westwind kommt aus Westen und weht nach Osten. Im Wetterbericht und auf der Garnaat-Karte ist das immer so gemeint.

Drei Lagen

Der Wind kommt vom Wasser (auflandig). Dann laufen oft Wellen auf den Strand zu. Außerdem kann er Treibgut anspülen, also Seegras, Tang oder auch Müll.

Der Wind kommt vom Land (ablandig). Das Wasser direkt am Ufer ist dann oft ruhiger. Aber Luftmatratzen, Schwimmtiere und SUP-Boards treiben bei diesem Wind leicht aufs offene Wasser, und der Rückweg gegen den Wind wird schwer oder unmöglich. Die DLRG warnt ausdrücklich davor. Hält der Wind länger an, kann außerdem das Wasser spürbar kälter werden. Mehr dazu im Ratgeber Warum ist das Ostseewasser plötzlich so kalt?

Der Wind weht am Ufer entlang (seitlich). An einem anders ausgerichteten Strand kann derselbe Wind vom Land oder vom Wasser kommen. Ob du vor Ort Windschutz findest, hängt stark vom Gelände ab.

Beispiel Kieler Förde: zwei Ufer

Schema der Kieler Förde bei Westwind: Am Westufer mit Schilksee, Falckenstein und Friedrichsort kommt der Wind vom Land, am Ostufer mit Laboe, Heikendorf und Mönkeberg vom Wasser.
WindHier kommt er vom LandHier kommt er vom Wasser
WestwindSchilksee, Falckenstein, FriedrichsortLaboe, Heikendorf, Mönkeberg
OstwindLaboe, Heikendorf, MönkebergSchilksee, Falckenstein, Friedrichsort

Jeder Name führt zur Strandseite. Mit dem Auto geht es von einem Ufer zum anderen nur einmal um die Förde herum.

Beispiel Schwansen und Probstei: gleiche Gegend, anderer Blick

Die Strände in Schwansen sind nach Osten ausgerichtet. Bei Westwind kommt der Wind dort vom Land, zum Beispiel in Schönhagen, Damp und Waabs.

Die Probstei schaut nach Norden. Bei Westwind weht der Wind dort am Ufer entlang, in Kalifornien genauso wie am Schönberger Strand. Vom Land kommt er in der Probstei bei Südwind.

Und bei Ostwind?

Bei Ostwind kommt der Wind an vielen Stränden der schleswig-holsteinischen Ostseeküste vom Wasser. In den Förden gibt es dann Ufer, an denen er vom Land weht. In der Kieler Förde sind das Laboe, Heikendorf und Mönkeberg.

Warum Wind vom Land allein nicht reicht

Kommt der Wind vom Land, heißt das noch lange nicht, dass du am Strand weniger davon abbekommst. Es kommt darauf an, was zwischen dem Wind und deinem Platz liegt. Wald, Gelände oder Bebauung können einen großen Unterschied machen. Meine Zuordnung nach der Windrichtung berücksichtigt das nicht.

Ein Beispiel aus Schwansen: Waabs und Langholz liegen nur gut einen Kilometer auseinander und schauen in dieselbe Richtung. Bei Westwind kommt der Wind an beiden vom Land. Hinter dem Strand von Waabs steigt das Gelände aber sofort deutlich an. In Langholz bleibt es zunächst weitgehend flach. Das gilt jeweils für die 600 Meter Strand, die ich mir auf der Karte angeschaut habe.

Zwei Linien zeigen das Gelände hinter dem Strand gegen den Westwind: In Waabs steigt es auf den ersten 30 Metern um rund 10 Meter, in Langholz bleibt es auf 150 Metern nahezu flach.

Wie stark der Wind an deinem Platz wirklich ankommt, zeigen diese Daten nicht. Die Höhe von Bäumen und Hecken steht zum Beispiel nicht darin. Böen können überall kräftig sein. Und wie warm oder sauber das Wasser ist, sagt dir der Wind allein auch nicht.

Hohe Ufer an der Ostsee brechen immer wieder ab. Halte Abstand vom Fuß und von der Kante eines Steilufers und beachte Absperrungen. Wie du dich an Steilufern verhältst, erklärt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, eine Behörde aus Mecklenburg-Vorpommern.

Wind an deinem Strand ansehen

Die Garnaat-Karte zeigt den Wind von heute und den letzten Tagen. Für morgen brauchst du einen Wetterbericht. Auf jeder Strandseite steht, wohin der Strand schaut.

Woher kommt der Wind an deinem Strand?

Wähl deinen Strand. Die Lage-Seite zeigt den Wind von heute und ob er dort auflandig, ablandig oder seitlich weht.

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Woher die Angaben stammen

Die Zuordnung beruht auf der örtlichen Uferausrichtung aus OpenStreetMap. Sie beschreibt die Windrichtung zum Strand. Gebäude, Bäume und Gelände sind dabei nicht als Windschutz berücksichtigt.

So habe ich gerechnet

Als „vom Wasser“ zähle ich einen Wind, der höchstens 45 Grad von der Blickrichtung des Strandes abweicht, als „vom Land“ einen ab 135 Grad. Alles dazwischen zählt als seitlich. Geprüft habe ich die Ausrichtung der genannten Strände anhand der Karte, nicht die Bedingungen vor Ort.

Für den Geländevergleich liegen je Abschnitt sieben Messpunkte am Ufer entlang, alle 100 Meter, jeweils in der Mitte der in OpenStreetMap eingezeichneten Strandfläche. Von jedem Punkt aus habe ich das Höhenprofil 300 Meter gegen den Wind ausgewertet, mit dem Geländemodell des Landes im 5-Meter-Gitter. Es bildet das Gelände ohne Bewuchs und Gebäude ab. Die Grafik zeigt den mittleren Wert der sieben Punkte. In Waabs steigt das Gelände bei Westwind auf den ersten 30 Metern um 5 bis 15 Meter, an allen sieben Punkten. In Langholz sind es auf 100 Metern höchstens 3 Meter. In Waabs ist in OpenStreetMap kein Kliff eingezeichnet, das Geländemodell zeigt den Anstieg trotzdem. Vor Ort geprüft ist nichts davon.

Stand: 21. September 2026.