Fische stehen dicht gedrängt am Ufer und schnappen an der Oberfläche nach Luft. Andere treiben tot im Wasser oder liegen am Strand. Wenn du so etwas siehst, melde es bitte. Oft fehlt dem Wasser Sauerstoff. Ob das die Ursache ist, kann vom Ufer aus aber niemand erkennen.
Wen du in Schleswig-Holstein anrufst
Ruf bei der Fischereiaufsicht an. Sie hat an der Ostsee vier Außenstellen:
- Kiel: 0431 720800
- Kappeln: 04642 9279-60
- Heiligenhafen: 04362 514970
- Travemünde: 04502 787910
Geht dort niemand ran, ruf die Polizei vor Ort an. Auf dem Wasser ist die Wasserschutzpolizei zuständig. In anderen Bundesländern hilft die Fischereibehörde des Landes weiter oder ebenfalls die Polizei vor Ort.
Das hilft bei deiner Meldung:
- Wo genau? Der Strandabschnitt oder das Hafenbecken und etwas in der Nähe, woran man die Stelle wiederfindet.
- Wann? Die Uhrzeit, zu der du es gesehen hast.
- Wie viele? Ein paar einzelne Fische oder sehr viele, und auf wie viel Metern Ufer?
- Was fällt dir auf? Schnappen die Fische nach Luft oder sind sie schon tot? Riecht das Wasser seltsam, ist es trüb, verfärbt oder hat es einen Film auf der Oberfläche?
- Welche Fische? Wenn du sie erkennst, sag es. Wenn nicht, melde trotzdem. Fotos helfen den Behörden, die Lage einzuschätzen.
Was du besser lässt
- Nicht anfassen, nicht essen: Tote oder sterbende Fische gehören auf keinen Fall in den Kochtopf. Niemand weiß, woran sie gestorben sind und wie lange sie schon liegen.
- Hunde fernhalten: Lass deinen Hund nicht an den toten Fischen schnüffeln oder fressen.
- Nicht selbst retten: Sammle keine geschwächten Fische ein, um sie woanders auszusetzen. Melde es lieber und überlass den Rest den Fachleuten.
Warum den Fischen der Sauerstoff ausgeht
Im Sommer liegt das Wasser der Ostsee in Schichten. Oben schwimmt wärmeres Wasser mit wenig Salz, am Grund sammelt sich schwereres, kaltes Salzwasser. Die beiden Schichten mischen sich kaum.
Abgestorbene Algen sinken auf den Boden. Dort bauen Bakterien sie ab und verbrauchen dabei viel Sauerstoff. Kommt kein frisches Wasser nach, bleibt dort unten kaum Sauerstoff übrig.
Starker Wind kann dieses Wasser an die Küste holen. Weht er vom Land, schiebt er das Wasser an der Oberfläche hinaus, und von unten strömt das sauerstoffarme Wasser nach. Das ist derselbe Auftrieb, der im Sommer das Badewasser plötzlich kalt macht. In engen Buchten und Förden können die Fische dann nicht ausweichen und ersticken.
Die Rolle des Windes
Es kommt darauf an, woher der Wind weht, wie lange er anhält und wie die Küste verläuft. In den Förden der westlichen Ostsee kann schon ein kräftiger Südwestwind über mehrere Tage reichen.
Beispiel September 2017: In der Flensburger Förde, der Kieler Förde und der Eckernförder Bucht starben gleichzeitig viele Fische. Das GEOMAR fand heraus, dass tagelanger Südwestwind sauerstoffarmes Wasser aus der Tiefe in die flachen Buchten gedrückt hatte.
Ob wirklich Sauerstoff fehlt, zeigt nur eine Messung. Der Wind allein verrät es nicht.
Ist das ein Naturereignis?
Der Auftrieb selbst ist natürlich. Wie wenig Sauerstoff das Wasser in der Tiefe hat, hängt aber stark vom Menschen ab:
- Überdüngung: Dünger aus der Landwirtschaft und Nährstoffe aus Abwasser lassen viel mehr Algen wachsen. Je mehr Algen absterben, desto mehr Sauerstoff verbrauchen die Bakterien am Grund.
- Klimawandel: Wärmeres Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen.
Melde ein Fischsterben auch dann, wenn der Wind gut zum Auftrieb passt. Nur so können die Behörden prüfen, ob nicht doch Gift oder eine Verschmutzung dahintersteckt.
Woher kam der Wind in den letzten Tagen?
Auf der Garnaat-Karte siehst du, woher der Wind an den Stränden heute und in den letzten Tagen kam. Ob dem Wasser Sauerstoff fehlt, zeigt sie nicht.
Wie sieht es heute an deinem Strand aus?
Wähl deinen Strand. Die Lage-Seite zeigt Wind und Wasser von heute und was andere dort zuletzt gemeldet haben.
Weiterlesen
- Warum ist das Ostseewasser plötzlich so kalt? Derselbe Vorgang, vom Badegast aus gesehen.
- Welcher Ostseestrand bei welcher Windrichtung? Wie derselbe Wind an zwei Stränden ganz verschieden ankommt.
Quellen und Kontakte
- GEOMAR: „Plötzliche Atemnot im Küstengebiet“. Auftrieb und das Fischsterben im September 2017.
- Land Schleswig-Holstein: Sauerstoffbericht. Hintergrund zum Sauerstoffmangel in der Ostsee.
- Land Schleswig-Holstein: Organisation der Fischereiverwaltung. Telefonnummern der Außenstellen und Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei.
Telefonnummern geprüft am 21. September 2026. Auf der Kontaktseite des Landes sind für diese Außenstellen keine Dienstzeiten angegeben.