Zum Inhalt springen

Garnaat · Schlei Digital

Müll sammeln an der Ostsee

Was dein Strandspaziergang verändern kann

Du gehst am Wasser entlang. Zwischen Tang und kleinen Holzstücken liegt ein Flaschendeckel. Ein paar Schritte weiter eine Angelschnur, daneben Zigarettenkippen im Sand. Du hebst die Dinge auf und nimmst sie mit.

Diese Teile kann der nächste Sturm nicht mehr ins Meer spülen. Und wenn du sie zählst, weiß man hinterher auch, was genau da lag. Garnaat hilft dir beim Sammeln und Zählen, allein auf dem Spaziergang oder zusammen mit anderen.

Blick von oben in einen grauen Eimer: ein rostiges Blechstück, ein Fetzen Folie, Schnüre, Plastikbruchstücke und ein Stück Seegras.
Ein Putzgang an der Eckernförder Bucht: Blech, Folie, Schnur, Plastikbruchstücke. Foto: Garnaat.

Ein sauberer Strand zeigt nur einen Moment

Müll kommt auf vielen Wegen an den Strand. Manches lassen Leute direkt dort liegen, anderes bringen Wind, Flüsse oder das Meer, und manches stammt von Schiffen und aus der Fischerei. Wer ein Teil verloren oder weggeworfen hat, sieht man ihm meist nicht an, auch einem Netzrest nicht.

Wind und Wellen verteilen alles immer wieder neu. Was heute am Ufer liegt, kann morgen unter Sand stecken oder weitergetragen sein.

Ein sauberer Strand heißt deshalb nicht, dass dort kein Müll ankommt. Und ein schmutziger sagt wenig darüber, wie sich die Leute vor Ort benehmen.

Warum auch kleine Teile wichtig sind

Eine einzelne Kippe fällt kaum auf, und eine kurze Schnur übersieht man im Seegras leicht. Aufheben lohnt sich trotzdem.

Ein Knäuel aus dunklem Seegras auf Sand. Darin steckt ein Stück türkisfarbene Schnur.
Zwischen Seegras und Steinen: eine kurze Schnur, Eckernförder Bucht. Foto: Garnaat.

Tiere können Plastikteile verschlucken oder sich in Schnüren und Netzresten verfangen. Außerdem zerfällt Plastik mit der Zeit in immer kleinere Stücke. Die sieht man irgendwann nicht mehr, in der Umwelt bleiben sie trotzdem.

Du musst dafür keinen ganzen Strand sauber machen. Ein kurzes Stück und ein kleiner Beutel reichen. Heb den Müll aber sicher auf und entsorg ihn danach richtig.

Was ein voller Müllbeutel nicht verrät

Nach einer Sammelaktion hört man oft: „Wir haben drei Säcke Müll gesammelt.“ Das zeigt, wie fleißig alle waren. Was in den Säcken steckt, weiß man damit aber nicht. Es können vor allem Verpackungen gewesen sein oder Hunderte Kippen, gesammelt in einer kleinen Bucht oder auf mehreren Kilometern Küste.

Ein dichter Teppich aus rotbraunem Treibsel bis zum Wasser. Mittendrin liegt eine zerknüllte Riegelverpackung.
Eine Verpackung im Treibsel an der Eckernförder Bucht. Foto: Garnaat.

Auch das Gewicht hilft nur begrenzt. Ein einziges schweres Teil kann mehr wiegen als Hunderte kleine Plastikstücke. Genauer wird es, wenn du jedes Teil zählst und dabei angibst, was es ist.

Bei einem Putzgang am Schubystrand Ende August kamen auf 2,3 Kilometern 403 Teile zusammen. 232 davon waren Zigarettenkippen, also fast sechs von zehn. Das ist ein einzelner Putzgang und kein Bild der ganzen Ostsee.

Was OSPAR-Codes damit zu tun haben

Garnaat ordnet deine Funde nach dem OSPAR-Katalog für Strandmüll. Darin hat jede Fundart einen festen Namen und einen Code. So benennen verschiedene Leute dasselbe Teil gleich, und ihre Zählungen lassen sich vergleichen. Die Codes musst du nicht kennen, du wählst beim Erfassen einfach die passende Fundart aus.

Was OSPAR ist und was ein Putzgang nicht ist

OSPAR ist ein Abkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, zu dem auch die Nordsee gehört. Für die Ostsee ist HELCOM zuständig, mit eigenen Leitlinien zum Erfassen von Strandmüll.

Die amtliche Überwachung arbeitet mit festen, 100 Meter langen Abschnitten, die immer wieder nach derselben Methode abgesucht werden. Ein Putzgang mit Garnaat benutzt dieselben Namen, gehört aber nicht zu diesen Messungen.

Welche Lücken bleiben?

Strandmüll an der Ostsee wird schon nach festen Regeln untersucht. Offene Fragen gibt es trotzdem: HELCOM will die Erfassung weiter angleichen und besser herausfinden, woher der Müll kommt.

Für einen Putzgang mit Garnaat heißt das:

Deshalb fragt Garnaat am Ende eines Putzgangs, ob du alles eingetragen hast, was du aufgesammelt hast. Wenn du das ehrlich beantwortest, sagen deine Zahlen mehr.

So kannst du mit Garnaat mitmachen

  1. Öffne Garnaat und wähl deinen Strand.
  2. Tipp auf „Müll sammeln“ und zähl, was du wirklich aufhebst, nicht was du nur siehst.
  3. Wähl die Fundart so genau, wie du sie erkennst. Bist du unsicher, nimm lieber eine allgemeinere als eine geratene.
  4. Wirf den Müll danach richtig weg. Stell volle Beutel nicht neben überfüllte Mülleimer, sonst verteilen Wind oder Tiere alles wieder.

Seid ihr zu mehreren unterwegs, etwa als Schulklasse oder Verein, legt eine Person eine Runde an und gibt den Code weiter. Dann zählen alle in dieselbe Liste, und am Ende gibt es ein gemeinsames Protokoll. Darin seht ihr hinterher zusammen, was am häufigsten vorkam.

Wo sammelst du?

Wähl deinen Strand. Auf seiner Lage-Seite siehst du, was dort zuletzt gemeldet wurde, und kannst von dort mit dem Sammeln anfangen.

Strand auf der Startseite wählen

Müll mitnehmen, den Spülsaum erhalten

Seegras, Tang, Muschelschalen und Treibholz gehören zum Strand. Darin leben kleine Tiere, von denen sich Vögel ernähren. Nimm nur den Müll dazwischen mit und lass den Rest liegen.

Nimm für gewöhnlichen Abfall Handschuhe oder einen Greifer. Unbekannte Behälter, verdächtige Klumpen und mögliche Munitionsreste fasst du nicht an. Halte Abstand, warne andere und melde einen Munitionsverdacht der Polizei unter 110.

Halte dich an Absperrungen und an die Regeln in Schutzgebieten. Für kein Stück Müll lohnt es sich, unter ein bröckelndes Steilufer oder in hohe Brandung zu gehen.

Beim nächsten Spaziergang kannst du anfangen

Sammeln allein hält keinen neuen Müll aus der Ostsee fern. Dafür müssten sich auch Produkte, Entsorgung und der Umgang mit Abfall an Land und auf See ändern.

Einen Aktionstag brauchst du nicht. Ein Beutel auf dem nächsten Spaziergang reicht.

Ein Fetzen durchsichtige Folie liegt auf nassem Sand nahe der Wasserkante, dazwischen kleine dunkle Steine.
Ein Stück Folie kurz vor dem Wasser, Eckernförder Bucht. Beim nächsten Sturm wäre es weg. Foto: Garnaat.

Weiterlesen

Quellen

Die Zahlen vom Schubystrand stammen aus dem Putzgang vom 30. August 2026 in Garnaat. Stand: 22. September 2026.