Zwischen dem Geröll an der Ostsee liegen manchmal Steine, die anders aussehen als der Rest. Donnerkeil und versteinerter Seeigel sind Reste von Meerestieren, die vor Millionen von Jahren gelebt haben. Ein Hühnergott ist ein Stein mit einem Loch. Und Feuerstein ist das Gestein, aus dem ein Hühnergott oft besteht und in dem manchmal ein Seeigel steckt.
Welcher Fund könnte es sein? · Donnerkeil · Hühnergott · Seeigel · Feuerstein · Wo lohnt sich die Suche? · Was du liegen lässt · Mitnehmen?
Welcher Fund könnte es sein?
| Auffälliges Merkmal | Möglicher Fund |
|---|---|
| Länglich und zu einem Ende hin zugespitzt | Donnerkeil |
| Stein mit einem natürlich entstandenen, durchgehenden Loch | Hühnergott |
| Rundlich, mit fünfstrahlig angeordneten Punktreihen | Versteinerter Seeigel |
| Häufig grau bis schwarz, teilweise mit weißer Rinde und glatten Bruchflächen | Feuerstein |
Abgerollte oder zerbrochene Stücke sehen oft anders aus als ganze. Und alles, was dir verdächtig vorkommt, lässt du liegen und probierst nicht daran herum.
Donnerkeil: der Hartteil eines ausgestorbenen Tieres
Donnerkeile sind länglich und laufen an einem Ende spitz zu. Manche sind ganz erhalten, andere nur kurze, abgebrochene Stücke. Sie können grau, braun oder honiggelb sein. Ist einer zerbrochen, siehst du an der Bruchstelle manchmal feine Strahlen, die von der Mitte nach außen laufen.
Hinter dem Namen steckt ein Fossil: Ein Donnerkeil ist der erhaltene Hartteil eines Belemniten. Diese ausgestorbenen Tiere gehörten zu den Kopffüßern, also zur Verwandtschaft der heutigen Tintenfische. Nationalpark Jasmund: Kreide und Fossilien
Hühnergott: ein Stein mit einem natürlichen Loch
Ein Hühnergott ist ein Stein mit einem Loch, das ganz hindurchgeht. Oft ist es ein Feuerstein.
Der Name sagt nur etwas über die Form. Ein Fossil muss ein Hühnergott nicht sein, und wie das Loch entstanden ist, sieht man einem Stein oft nicht an.
Halt deinen Stein gegen das Licht. Kannst du durchschauen, ist es ein Hühnergott. Ist es nur eine Mulde, dann nicht.
Versteinerter Seeigel: ein Muster aus fünf Strahlen
Versteinerte Seeigel sind rundlich, mal flach, mal gewölbt. Du erkennst sie an Reihen aus Punkten, die wie ein Stern mit fünf Strahlen von der Mitte ausgehen.
Hat das Meer den Stein lange gerollt, ist das Muster oft nur noch an einzelnen Stellen zu sehen. Dreh ihn deshalb um und schau dir auch die Seiten und die Unterseite an.
Oft ist nur ein Steinkern übrig: Das Innere des Seeigels hat sich mit Gestein gefüllt, die Schale ist verschwunden. Bei anderen Stücken sind noch Reste der Schale zu sehen.
Feuerstein: grau bis schwarz, mit scharfen Kanten
Feuerstein findest du an vielen Ostseestränden. Meist ist er grau bis schwarz, oft mit einer hellen Rinde. Wo er gebrochen ist, sind die Flächen glatt und leicht gewölbt, und frische Kanten sind sehr scharf.
Feuerstein ist also das Material. Ein Hühnergott kann daraus bestehen, und auch ein versteinerter Seeigel kann darin stecken.
Aufschlagen musst du ihn nicht, die Splitter sind scharf. Kurverwaltung Boltenhagen: Funde am Strand
Wo lohnt sich die Suche?
Such dort, wo viele Steine liegen. Zwischen Kieseln und Geröll fallen ungewöhnliche Formen und regelmäßige Muster am ehesten auf.
Wenn du unter einem Steilufer suchst, halte Abstand vom Fuß und von der Kante, beachte Absperrungen und brich nichts aus dem Kliff heraus. Ein möglicher Fund ist kein Grund, einen gefährlichen Abschnitt zu betreten.
Suchst du an einem bestimmten Strand?
Wähl ihn aus. Du siehst dann Wind und Wasser von heute und was andere dort gemeldet haben.
So wird ein Fundfoto hilfreicher
Möchtest du einen harmlosen Fund bestimmen lassen, zum Beispiel von einem Naturkundemuseum, helfen gute Fotos:
- Fotografiere die Oberseite, die Unterseite und eine Seitenansicht.
- Leg einen Maßstab daneben, damit man die Größe erkennt.
- Achte auf scharfe Bilder und gleichmäßiges Licht.
- Schreib dir den Fundort auf und was dir an Mustern oder Bruchstellen auffällt.
Fotografiere verdächtige Gegenstände nur aus sicherem Abstand. Bewege sie nicht für ein besseres Bild.
Welche Gegenstände solltest du liegen lassen?
An der Ostsee können auch Reste alter Munition angespült werden, die auf den ersten Blick wie gewöhnliche Steine aussehen. Weißer Phosphor zum Beispiel sieht Bernstein zum Verwechseln ähnlich.
Fass verdächtige Gegenstände nicht an, steck sie nicht ein und versuch nicht, sie durch Reiben, Aufschlagen oder Erhitzen zu bestimmen. Halte Abstand und melde einen Munitionsverdacht der Polizei unter 110.
Weitere Hinweise findest du im Bernstein-Ratgeber.
Darfst du Strandfunde mitnehmen?
Das hängt davon ab, wo du bist. In Schutzgebieten gelten eigene Regeln. Schau vorher nach und lies die Schilder an den Zugängen.
Im Nationalpark Jasmund auf Rügen darfst du zum Beispiel keine Steine, Fossilien oder andere Teile des Bodens mitnehmen. Nationalpark Jasmund: Hinweise zum Sammeln
Steine aus Befestigungen und Schutzwällen bleiben, wo sie sind. Sie gehören zum Küstenschutz.
Weiterlesen
- Bernstein finden an der Ostsee Wann sich die Suche lohnt und wie du sicher sammelst.
- Seegras am Ostseestrand: Kann ich hier baden? Was im Spülsaum liegt und warum es dort liegen bleibt.
Quellen
- Nationalparkamt Vorpommern: Kreide und Fossilien. Donnerkeile als Reste kreidezeitlicher Tintenfische, Alter der Kreide.
- Nationalparkamt Vorpommern: Sammeln von Fossilien. Verbot im Nationalpark Jasmund.
- Kurverwaltung Boltenhagen: Funde am Strand. Seeigel mit fünfstrahligem Muster, Feuerstein, Hühnergott.
- Land Schleswig-Holstein: Faltblatt „Munition am Strand“ (6. Auflage, Juli 2025). Sprengstoffreste und Phosphor am Strand.
- Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg: Steilküsten. Verhalten an Steilufern.
Stand: 22. September 2026.