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Garnaat · Schlei Digital

Strandfunde an der Ostsee erkennen

Donnerkeil, Hühnergott oder versteinerter Seeigel? So kannst du typische Funde einordnen

Zwischen dem Geröll an der Ostsee liegen manchmal Steine, die anders aussehen als der Rest. Donnerkeil und versteinerter Seeigel sind Reste von Meerestieren, die vor Millionen von Jahren gelebt haben. Ein Hühnergott ist ein Stein mit einem Loch. Und Feuerstein ist das Gestein, aus dem ein Hühnergott oft besteht und in dem manchmal ein Seeigel steckt.

Welcher Fund könnte es sein?

Auffälliges MerkmalMöglicher Fund
Länglich und zu einem Ende hin zugespitztDonnerkeil
Stein mit einem natürlich entstandenen, durchgehenden LochHühnergott
Rundlich, mit fünfstrahlig angeordneten PunktreihenVersteinerter Seeigel
Häufig grau bis schwarz, teilweise mit weißer Rinde und glatten BruchflächenFeuerstein

Abgerollte oder zerbrochene Stücke sehen oft anders aus als ganze. Und alles, was dir verdächtig vorkommt, lässt du liegen und probierst nicht daran herum.

Donnerkeil: der Hartteil eines ausgestorbenen Tieres

Donnerkeile sind länglich und laufen an einem Ende spitz zu. Manche sind ganz erhalten, andere nur kurze, abgebrochene Stücke. Sie können grau, braun oder honiggelb sein. Ist einer zerbrochen, siehst du an der Bruchstelle manchmal feine Strahlen, die von der Mitte nach außen laufen.

Zwei längliche, kegelförmige Versteinerungen liegen nebeneinander auf heller Kreide. Beide laufen an einem Ende spitz zu, die Oberfläche ist graubraun gefleckt.
Zwei Donnerkeile, 6 und 8 Zentimeter lang, gefunden in Niedersachsen. An der Ostsee sind sie oft kürzer und glatter geschliffen. Foto: Hans-Joachim Engelhardt, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, verkleinert.

Hinter dem Namen steckt ein Fossil: Ein Donnerkeil ist der erhaltene Hartteil eines Belemniten. Diese ausgestorbenen Tiere gehörten zu den Kopffüßern, also zur Verwandtschaft der heutigen Tintenfische. Nationalpark Jasmund: Kreide und Fossilien

Hühnergott: ein Stein mit einem natürlichen Loch

Ein Hühnergott ist ein Stein mit einem Loch, das ganz hindurchgeht. Oft ist es ein Feuerstein.

Ein faustgroßer schwarzer Feuerstein mit weißer Rinde liegt auf einem Felsen, dahinter die Ostsee. Durch den Stein geht ein rundes Loch.
Hühnergott von der Steilküste bei Boltenhagen. Der Stein ist ein Feuerstein: schwarz, mit weißer Rinde und glatten Bruchflächen. Foto: Soundfuchs, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, verkleinert.

Der Name sagt nur etwas über die Form. Ein Fossil muss ein Hühnergott nicht sein, und wie das Loch entstanden ist, sieht man einem Stein oft nicht an.

Halt deinen Stein gegen das Licht. Kannst du durchschauen, ist es ein Hühnergott. Ist es nur eine Mulde, dann nicht.

Versteinerter Seeigel: ein Muster aus fünf Strahlen

Versteinerte Seeigel sind rundlich, mal flach, mal gewölbt. Du erkennst sie an Reihen aus Punkten, die wie ein Stern mit fünf Strahlen von der Mitte ausgehen.

Ein rundlicher grauer Stein von oben. Von der Mitte laufen fünf Doppelreihen aus Punkten strahlenförmig nach außen.
Versteinerter Seeigel von oben. Die fünf Strahlen aus Punkten laufen von der Mitte nach außen. Fundort laut Fotograf vermutlich Dänemark. Foto: NobbiP, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, verkleinert.

Hat das Meer den Stein lange gerollt, ist das Muster oft nur noch an einzelnen Stellen zu sehen. Dreh ihn deshalb um und schau dir auch die Seiten und die Unterseite an.

Oft ist nur ein Steinkern übrig: Das Innere des Seeigels hat sich mit Gestein gefüllt, die Schale ist verschwunden. Bei anderen Stücken sind noch Reste der Schale zu sehen.

Feuerstein: grau bis schwarz, mit scharfen Kanten

Feuerstein findest du an vielen Ostseestränden. Meist ist er grau bis schwarz, oft mit einer hellen Rinde. Wo er gebrochen ist, sind die Flächen glatt und leicht gewölbt, und frische Kanten sind sehr scharf.

Feuerstein ist also das Material. Ein Hühnergott kann daraus bestehen, und auch ein versteinerter Seeigel kann darin stecken.

Aufschlagen musst du ihn nicht, die Splitter sind scharf. Kurverwaltung Boltenhagen: Funde am Strand

Wo lohnt sich die Suche?

Such dort, wo viele Steine liegen. Zwischen Kieseln und Geröll fallen ungewöhnliche Formen und regelmäßige Muster am ehesten auf.

Wenn du unter einem Steilufer suchst, halte Abstand vom Fuß und von der Kante, beachte Absperrungen und brich nichts aus dem Kliff heraus. Ein möglicher Fund ist kein Grund, einen gefährlichen Abschnitt zu betreten.

Suchst du an einem bestimmten Strand?

Wähl ihn aus. Du siehst dann Wind und Wasser von heute und was andere dort gemeldet haben.

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So wird ein Fundfoto hilfreicher

Möchtest du einen harmlosen Fund bestimmen lassen, zum Beispiel von einem Naturkundemuseum, helfen gute Fotos:

Fotografiere verdächtige Gegenstände nur aus sicherem Abstand. Bewege sie nicht für ein besseres Bild.

Welche Gegenstände solltest du liegen lassen?

An der Ostsee können auch Reste alter Munition angespült werden, die auf den ersten Blick wie gewöhnliche Steine aussehen. Weißer Phosphor zum Beispiel sieht Bernstein zum Verwechseln ähnlich.

Fass verdächtige Gegenstände nicht an, steck sie nicht ein und versuch nicht, sie durch Reiben, Aufschlagen oder Erhitzen zu bestimmen. Halte Abstand und melde einen Munitionsverdacht der Polizei unter 110.

Weitere Hinweise findest du im Bernstein-Ratgeber.

Darfst du Strandfunde mitnehmen?

Das hängt davon ab, wo du bist. In Schutzgebieten gelten eigene Regeln. Schau vorher nach und lies die Schilder an den Zugängen.

Im Nationalpark Jasmund auf Rügen darfst du zum Beispiel keine Steine, Fossilien oder andere Teile des Bodens mitnehmen. Nationalpark Jasmund: Hinweise zum Sammeln

Steine aus Befestigungen und Schutzwällen bleiben, wo sie sind. Sie gehören zum Küstenschutz.

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Quellen

Stand: 22. September 2026.